Das Elsbach Haus heute

Auf 5 Ebenen bietet das Elsbach Haus außergewöhnliche Räume für Büros, Einzelhandel und Gastronomie. Einzigartig ist die Kombination aus historischer Architektur und zeitgemäßen Elementen. Zeitlos schön die Treppenhäuser im Jugendstil, große Glasflächen setzen Akzente, schaffen Transparenz und Helligkeit. Ein einladendes Ambiente, in dem man sich wohlfühlt. Beim Arbeiten, Shoppen und Verweilen. Im Jahr 2004 enstand in einem 2. Bauabschnitt das Parkhaus mit 450 Stellplätzen und ein Bürogebäude mit 4.000 qm Büroflächen. .

Historie des Elsbach Hauses

Das Elsbach Haus ist ein Monument der Herforder Industriegeschichte. Es gehört zu den architektonisch bedeutenden und stadtbildprägenden Fabrikgebäuden Herfords.

Der älteste Gebäudeteil des Elsbach Hauses ist der Fabrikbau an der Goebenstraße, der im Jahr 1909 von dem Herforder Architekten W. Köster errichtet wurde. Da das Baugelände nach der „Polizeiverordnung betreffend Wohnviertel“ aus dem Jahre 1908 innerhalb städtischer Wohnungsbebauung lag, musste für die Errichtung einer Fabrik eine Ausnahmegenehmigung beim Magistrat und der städtischen Baukommission eingeholt werden. Diese wurde unter der Bedingung erteilt, dass durch den Bau „keine Verunstaltung des Straßenbildes oder Beeinträchtigung des Villencharakters“ herbeigeführt würde.

Der Architekt hatte also die bauliche Struktur dieses Stadtviertels bei der Gestaltung der Fabrikfassade zu berücksichtigen. Der Fabrikbau hat eine aus vier Fensterachsen bestehende Fassade, die jeweils durch zwei Rippen geteilt und durch Lisenen gegliedert ist.

Eigentümer des Elsbach Hauses

Die jüdische Familie Elsbach betrieb ab 1848 in Herford eine Leinenhandlung, gründete 1873 die „Herforder Hemdenfabrik J. Elsbach & Co.“ und verlagerte ab 1887 den Betrieb an die Goebenstraße. Um 1914 befand sich hier die größte Wäschefabrik Europas mit etwa 1200 Angestellten vor Ort und 4000 Heimarbeiterinnen.

Während der Zeit der sogenannten „Arisierungen“ im Jahre 1938 musste die Familie Elsbach ihre Aktien verkaufen. Der Betrieb wurde von Adolf Ahlers übernommen und in „Herforder Wäschefabriken AG“ umbenannt; ab 1952 nannte sich das Unternehmen wieder „Elsbach Wäschefabriken AG“. Die Familie Elsbach erhielt ihre Aktien durch ein Rückerstattungsverfahren zurück, doch blieb Ahlers als Aktionär mit dem Unternehmen verbunden. Im Jahre 1964 erwarb die „A. Ahlers Bekleidungswerke GmbH“ die Aktien der Familie Elsbach und wandelte das Unternehmen in eine GmbH um. Zur Erinnerung an die Familie Elsbach, sind im Eingangsbereich des Hauses Gedenktafeln angebracht. Der Platz neben dem Haus ist Frau Käthe Elsbach gewidmet.

Die Elsbach-Bibliothek

Auf der Grundlage der Bibliothek ihrer Familie baute sich Käthe Elsbach, die älteste Tochter von Hermann Elsbach, nach ihrer Heirat (1911) mit dem aus Borgholzhausen stammenden und in Hamburg bei Kühne & Nagel arbeitenden Adolf Maass in der Hamburger Blumenstrasse eine umfangreiche Bibliothek auf. Mit Herford blieb sie durch die familiären Kontakte sowie den Aktienbesitz der Wäschefabrik Elsbach eng verbunden.

Angesichts der drohenden Deportation bemühte sich die Familie, die wertvolle Bibliothek zu retten. Sie wurde zum ältesten Sohn der Familie nach England transportiert und dort eingelagert. Später gelangte sie zu dessen Bruder Gerry Maass nach Kanada. Gerry Maass bot 1999 der Stadt Herford die Bibliothek an. Sein Wunsch war, dass sie am Ursprungsort zu einem beständigen "Denkmal" für die Familie Elsbach werden sollte. Nach langwierigen Verhandlungen kehrte die Bibliothek erst nach dem Tod von Gerry Maass nach Herford zurück.

Die Erben Maass schenkten die Bibliothek der Jüdischen Gemeinde Herford-Detmold. Für eine entsprechende Präsentation sollte das Kuratorium Erinnern Forschen Gedenken sorgen. Durch großzügige Spenden und weitere Unterstützung ist es nun möglich, diese Bibliothek in würdigem Rahmen im Elsbach-Haus zur Erinnerung an die Familie Elsbach/Maass zu präsentieren. Auch erinnert sie an den durch den Nationalsozialismus jäh beendeten Anteil jüdischer Familien am kulturellen Leben des deutschen Kaiserreichs und der Weimarer Republik. Die Bücher-Stele soll dies sinnbildlich verdeutlichen.

Weitere Informationen unter: www.kuratorium-herford.de

Das Elsbach Haus